Nachruf auf Daniel Kronenberg

Erschienen am 14. Juni 2020 in Allgemein

Julien Niehl

 

 

 

Nehmt Abschied Brüder ungewiß ist alle Wiederkehr,

die Zukunft liegt in Finsternis und macht das Herz uns schwer.

Der Himmel wölbt sich übers Land, ade auf Wiedersehn,

wir ruhen all in Gottes Hand, lebt wohl auf Wiedersehn.

 

Unser langjähriger Leiter Daniel Kronenberg ist am Sonntag, den 5. April 2020, nach schwerer Krankheit im Alter von 57 Jahren verstorben. Unsere Gedanken sind in diesen dunklen Stunden bei seiner Frau Anne und bei seinen Kindern Jonas, David und Samuel.

 

Daniel gehörte gerade in den ersten Jahren unseres Stammeslebens zu den prägenden Persönlichkeiten. Er war es, der 2006 den Anstoß zur Gründung gab und danach tatkräftig half, die junge Siedlung St. Elisabeth Erfurt wachsen zu lassen. Er suchte, er fand und überzeugte Mitstreiterinnen und Mitstreiter für das Projekt Pfadfinder in ErfurtDaniel knüpfte Kontakte in die Domgemeinde, in die Stadt Erfurt und in die Diözese, um bekannt zu machen: Es gibt DPSG-Pfadfinder in Erfurt. So entwickelte sich die Siedlung rasch zum Stamm – nach und nach auch mit Gruppen aller Stufen.

 

Daniel ist es mit zu verdanken, dass die Georgsburg, am Rande der Landeshauptstadt gelegen, aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt wurde. Seitdem ist die Hütte oftmals Treffpunkt, Lagerplatz und Ausgangspunkt für Pfadfinderaktionen geworden. Es lag ja für ihn auch auf der Hand: Gibt es für Georgspfadfinder einen besseren Ort für Gemeinschaft als die Burg mit dem Namen ihres Schutzpatrons?

 

Manches Lager haben wir dort gemeinsam verbracht, Daniel mitten unter uns. Als Senior des Stammes dauerte es nicht lange, bis er sich seinen Spitznamen Altvater“ verdient hatte – er nahm es wie vieles andere mit einem Augenzwinkern hin. Auf unseren Hajks war er nicht immer der letzte, der sich abends vom Lagerfeuer in den Schlafsack verabschiedete. Aber er war stets der erste, der morgens aufstand. Er genoss es, den Sonnenaufgang vom Hang über der Georgsburg aus zu betrachten. Dazu eine heiße Tasse frisch gebrühten Kaffee – So konnte der Tag auf der Georgsburg für ihn beginnen. Ein weiteres Bild, das in Erinnerung bleiben wird: Daniel auf der Wiese im Gras sitzend, im Kreis mit einigen Wölflingen, Jungpfadfindern, Pfadis oder Rovern, bereitete er mit einer Katechese den obligatorischen Lager-Gottesdienst vor. Lieder auswählen, Fürbitten überlegen – und nebenbei vermittelte er auch eine Brise Glaubenskunde, die sich mit Lebenspraxis verband. 

 

Das Pfadfinder-Versprechen, das Daniel wie wir alle ablegte, bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Es ist ein dreifaches Versprechen: gegenüber Gott – seinem Glauben verpflichtet zu sein. Gegenüber den Anderen – Pfadfinder sehen sich als Brüder und Schwestern, als Freunde aller Menschen. Und gegenüber sich selbst: Wahrhaftig im Reden, verlässlich im Tun zu sein. Daniel liebte die pfadfinderische Gemeinschaft (auch wenn er mal knurrig sein konnte) ebenso wie die Natur. Er war der Schöpfung tief verbunden, ausgehend von seinem tiefen, undogmatischen GlaubenMit ihm war immer zu rechnen – und auf ihn war immer Verlass. Daniel hat sein Pfadfinder-Versprechen erfüllt.

 

Wir, die Georgs-Pfadfinder von St. Elisabeth Erfurt, durften Daniel auf seinem Lebensweg ein Stück weit begleiten. Wir wären diesen Pfad – innerhalb wie außerhalb des Stammeslebens – gern noch weiter gemeinsam gegangen. Aber wir sind sehr dankbar für die Zeit, die uns Gott mit ihm geschenkt hat.

 

Leb’ wohl, Daniel, bis wir uns wiedersehen – 

 

And theres a hand, my trusty fiere

And gies a hand o’ thine

And well tak’ a right gude willie-waught

for auld lang syne.

 

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