Jahresrückblick 2013

Erschienen am 11. März 2014 in Berichte

aron

 

Das Jahr 2013 ist vorbei –  schon seit einiger Zeit. Meistens halten die Leute einen Jahresrückblick, wenn ein Jahr sich dem Ende entgegen neigt. Im Fernsehen machen sie große Reportagen und so mancher Promi wird ausgebuddelt, um eine weintrunkene Neujahrsrede zu halten. Wir Pfadfinder machen so was natürlich auch.

Nur ohne Promis. Ja, wir sind nicht ganz pünktlich damit,  aber wir sind auch nur Menschen. Also, was kann man über dieses Jahr sagen? Es war ein schönes Jahr, ohne Zweifel. Wir haben viel erlebt und geschafft. Viele Leute verließen unseren Stamm, zogen hinaus in die Welt oder einfach nur um die nächste Ecke. Dafür bekamen wir neue Gesichter, neue Leiter und neue Freunde. Wir erlebten tolle Lager und echt verrückte Geschichten. Aber davon lest besser mehr …

Winter

Angefangen hat das Jahr 2013 mit dem Wöflingslager oder dem Arbeitseinsatz auf der Georgsburg. Unser Haus liegt in der Nähe eines Bioms, das man Trockenwiese nennt –  heutzutage geschützt, selten und in seinem Wert unerkannt. Keine Sorge, wir konnten bis zum letzten Jahr auch keinen Sinn in einem Meer aus gelben Gräsern mit mehr Zecken und Dornen, als das Auge sieht, erkennen. Aber zum Glück haben wir Leute, die den Wert erkannt haben. An einem ruhigen Herbstwochenende im Vorjahr vereinten sich Rover und Leiter zu einem sogenannten „Mein-Feind-der-Baum-Wochenende“. Mit Kettensägen, Beilen und anderen Werkzeugen befreiten sie unsere schöne Wiese von parasitengleichen Dornenbüschen  und so manch anderem undefinierbarem Gewächs. Das es jedoch schon Herbst war, ließen sie das Holz ruhen. Nun stellte sich die Frage, was damit zu tun sei. Die Pfadirunde hatte die Lösung parat. In einem teilweise echt anstrengenden Arbeitseinsatz trugen wir das Holz von den Hängen ab, flochten es in Totholzhecke an der Georgsburg, zerkleinerten, sägten, hackten oder verarbeiteten es zu Feuerholz. Das Dornengekreuch mussten wir tonnenweise verbrennen, sodass am Ende unsere Feuertonne überquoll. Von Freitag auf Samstag – länger als bis Samstagabend blieben wir nicht – verdoppelten wir unseren Feuerholzbestand, was den Leuten, die nach uns kamen, nur recht war. Denn von Samstag auf Sonntag hatten die Wölflinge ihr Wochenende im Schnee geplant und freuten sich über eine geheizte Hütte und einer Auswahl an Stockbrotstöcken, wie man sie nur nach dreistündigem Suchen im Wald findet. Mehr zu deren restlichen Wochenende findet ihr in einem Bericht auf unserer Homepage.

Was die Wölflinge nicht verheizen konnten wurde ein paar Wochen später benötigt. Der vierte Winterhajk unseres Stammes stand bevor und  der Winter hatte endlich mehr als nur ein paar Zentimeter Pulverschnee aufzubieten. Kurzerhand beschlossen wir, den Winterhajk zu einem Winterlager umzufungieren und blieben auf der Georgsburg. Um uns die Zeit zu vertreiben, begannen Rover, Pfadis und Leiter ein Iglu zu bauen, welches uns am Ende des Wochenendes sogar bis zur Hüfte reichte. Es war ein unglaublich lustiges, erinnerungsreiches Lager von der Ankunftsprozedur, ein Pfadi hatte über eine halbe Stunde am falschen Ort gewartet und musste dann nachkommen – und zwar bis hin zum Ende, wo wir den  gesamten Weg nach Erfurt nicht mit der Straßenbahn fuhren, sondern liefen.

Frühjahr

Das Frühjahr ließ sich mit dem Blühen und Gedeihen ein bisschen Zeit. Unser zweites Kreativwochenende verbrachten wir in einer interessanten Mischung aus Frost, Schnee und Tauwetter, welches dem ganzen einen winterlichen, aber auch irgendwie der Jahreszeit nicht mehr angemessenen Touch verlieh. Kreativwochenende im SchneeWie auch letztes Jahr war dieses Lager eines unserer größten und interessantesten. Interessant war es einerseits durch unsere Leute und zum anderen durch unsere Gäste. Nach einer langen Winterpause, in der man den einen oder anderen Kollegen schon nicht mehr gesehen hatte, fand sich ein gut gelaunter, bunt gemischter Haufen aus Pfadis, Jupfis, Rovern und Leitern zusammen und beteiligte sich kreativ. Es gab Workshops wie Korbflechten, Halstuchknoten, Basteln, Kochen, Singen und Zeltaufbauen. Manche blieben, andere mussten leider schon wegen persönlichen Gründen gehen, andere kamen hinzu. Wir hatten Freunde, Nicht-pfadfinder und Vertreter anderer Stämme eingeladen. So hatten wir Vertreter aus Weimar für einen Tag und einen Jungen aus Dresden. Am Abend kamen noch Stämme aus dem Thüringer Wald und Gotha zu Besuch und wir setzten uns in unserer Jurte alle gemeinsam um das Feuer und sangen Lieder. Das Kreativwochenende war ein besonderes Highlight dieses Jahres und ich hoffe, wir kommen dieses Jahr auch dazu. Mehr und vor allem Detailreicheres gibt es in unserer Berichtchronik.

Es war zwar kein Lager, aber schon einen Monat später fand unser erster Abschied statt. Im April – schon wieder ohne Schnee – verabschiedete sich unser Stammesführer Daniel „sich“ weg von uns. Jahre zuvor hatte er die Siedlung gegründet und unseren Stamm zusammen mit uns und vielen Anderen hochgezogen. Als sein Nachfolger wurde der Student Philipp Schwarz gewählt, aber mehr dazu erfahrt ihr in dem entsprechenden Bericht.

Pfingstlager

Zwanzig Jahre Diözese in Thüringen! Ich war leider nicht mit dabei, also kann ich dazu auch nichts schreiben. Aber auf Hier gibt es was zu lesen.

Sommer

Der Sommer gilt für unseren Stamm immer als etwas ganz Besonderes. Jeden Sommer trifft sich der gesamte Stamm zu unserem Stammeslager. Dort werden Neulinge aufgenommen, Neuigkeiten ausgetauscht und so manche alten (oder manch alte) Freunde sehen sich wieder. Stammeslager2013Die Stufenwechsler, also die, die eine Stufe aufsteigen, machen eine Postenlauf. Sprich: sie müssen quer durch den Wald laufen, Aufgaben lösen, um sich ihr Halstuch zu verdienen. Dieses Jahr wurde dieser von den Pfadfindern organisiert. Es gab keine Verletzten, Verlorengegangenen oder andere Ausrutscher. Das überraschte vor allem die Pfadirunde selber, welche mindestens mit einer Megapanne gerechnet hatte. Es verlief nahezu reibungslos. Das verschaffte unter anderem unseren gestressten Organisatoren Luft, sodass sie sich auch einmal entspannt hinsetzen und das Lager genießen konnten. Doch irgendetwas war mit diesem Lager anders. Anderen sehr viel größeren Stämmen mag das jetzt stinknormal erscheinen, aber unserem Stamm gingen zum ersten Mal die Leute weg. Babette und Dorothea, zwei Rover, die unseren Stamm sehr geprägt haben, hatten ihren Abschluss gemacht und würden nun zum Studieren wegziehen. Des Weiteren kündigten zwei weitere an, dass sie nicht mehr so häufig kommen würden und die Pfadistufe hatte besonders den Verlust ihrer beiden Leiter zu verkraften, die wenige Monate nach den Sommerferien ebenfalls weiterziehen würden. Als Sahnehäubchen war einer von ihnen Eric Schümann, unser Webmaster und Homepagersteller. Doch wir nahmen es mit Würde und verabschiedeten uns mit vielen netten Worten, Gesten und einem Haufen Umarmungen. Das Stammeslager war neben dem Krea das größte Lager unseres Stammes. Und besonders dieses war auf seine eigene Art und Weise unbeschreiblich herzlich und schön. Natürlich gibt es dazu auch einen Bericht auf unserer Homepage – wo auch sonst.

Wo es auf dem Stammeslager zu allerlei Gefühlsausbrüchen kam, war eine Woche später das wahrscheinlich größte Projekt unseres Stammes angesagt. Die Zweiundsiebzig-Stunden-Aktion. Dies ist eine Aktion des BDKJ. Irgendwie Bund der katholischen Jugend oder so ähnlich. Das Prinzip besteht darin, das man als Verein, Stamm oder Gruppe ein Gebäude repariert, saniert oder überhaupt aufbaut. Die Fördermittel stellt zum einen der BDKJ, 72 Stunden Aktion 2013zum anderen muss die Gruppe das selbst hinkriegen. Für unseren Stamm einfach perfekt. Wer es noch nicht mitgekriegt haben sollte: Die Georgsburg ist verdammt alt und verdammt baufällig. Innerhalb dieses einen Wochenendes zerhächselten wir die Reste des Holzes an den Hängen, dichteten eine Wand neu ab, ersetzten einen Deckenbalken, gruben neue Stufen und vergruben und weihten unsere neue Feuertonne ein, die ziemlich intensiv nach Abflussrohr roch. Bei diesem Wochenende gab es keine feste Besetzung, sondern die Leute kamen und gingen. Die Gründe waren vom Einkaufen neuer Materialien bis hin zu einem Auftritt als Zauberer auf einer Hochzeit vertreten. Die Zahl schwankte zwischen vier und zehn Leuten hauptsächlich Rover, Pfadis, Leiter und Eltern. Es gab haufenweise zu essen, da irgendwie jeder etwas mitgebracht hatte um uns zu unterstützen.  Das war auch bitter nötig. Die körperliche Arbeit war unglaublich anstrengend, wenn man nicht an sie gewohnt ist. Am Ende konnte man einfach nichts mehr tun, so erschöpft waren wir alle. Aber gleichzeitig war es die erste Aktion, die wir an der Georgsburg vorgenommen haben. Und es werden noch viele weitere folgen müssen.

Herbst

Abschiede. Im September feierte die Pfadi- und Roverrunde noch einmal in kleinem Kreis die Verabschiedung ihrer Leiter Eric und Sara. Darüber weiter zu schreiben wäre  unnötig, da schon alles über Abschiede gesagt wurde.

Thüringer WaldDas einzig Bedauerliche war, dass sie nicht mehr beim ersten Hajk dabei waren, den die Pfadistufe zusammen mit ihnen geplant hatte. Eine dreitägige Tour durch den Thüringer Wald mit einer hochmotivierten Pfadistufe. So sollte es aussehen. Die Wahrheit war eine Vier-Mann-Tour bei strömenden Regen über den Rennsteig. Ich weiß – das hört sich nicht gerade toll an. Aber so werden Geschichten geboren, die man später am Lagerfeuer erzählen kann. Ich denke, es wird langsam unnötig zu erwähnen, dass es darüber auch einen Bericht gibt.

Das viel wichtigere Ereignis war eigentlich der Herbsthajk. Im Jahr 2012 war es eine große, wunderschöne Fahrt mit unglaublich, tollen Leuten gewesen, bei der einfach alles geklappt hatte. Dieses Jahr hatten wir es schlicht und ergreifend vergessen. So kam es, dass sich zwei todesmutige junge Männer nur in Begleitung ihres treuen Hordenkochtopfs Hubert durch die ungezähmte Wildnis zwischen Gotha und Erfurt schlugen. Drei Tage lang wanderten sie  nahezu vierzig Kilometer über Wiesen, Felder, Straßen und Feldwege von Erfurt nach Bad Langensalza. Des Nachts schliefen sie in Loks und Kröten, umschwirrt von Mücken und schlimmerem. Falls man es der Perspektive noch nicht entnehmen konnte – ich war einer davon. Ja, es war nicht die durchdachteste und landschaftlich schönste Fahrt, aber es für mich persönlich mein erster richtiger Hajk und keine Winterlager oder Regenwanderungen. Es gab so vieles Witziges und Unfassbares. Eine Frau in Ballstädt lud uns – als wir sie nach dem Weg zum Bäcker fragten – zu sich nach Hause ein und bewirtete uns mit einer kompletten Mahlzeit. Wir unterhielten uns mit ihr und sie fuhr uns sogar ein Stück in ihrem kleinen blauen Smart, in den sich Dennis sofort verliebte, zum nächsten Laden. Wir versicherten ihr damals, dass wir sie in unserem Bericht erwähnen würden. Also: Vielen Dank, falls Sie das lesen. Und sorry für die Verspätung.

Über das Teeausschenken beim Martinsgottesdienst werde ich nicht all zu ausführlich berichten, da es auch darüber einen Bericht gibt, der lustiger Weise vom gleichen Autor stammt wie der hier.

 

Winter

Was gibt es noch zu sagen? Vor Weihnachten ist eigentlich nichts mehr los. Es gab eine schöne Weihnachtsfeier, bei der man noch einmal alle Freunde und alten Bekannten getroffen hat.

Ja, wir haben dieses letzte Jahr so einige Leiter verabschiedet, aber es ist auch Ersatz gekommen. Zwei neue Wölflingsleiter und drei Leute, die man damit bestraft, die Pfadistufe zu übernehmen. Das kann ja noch was werden. Im Winter des neuen Jahres hat sich das ja schon unter Beweis gestellt. Keine Sorge: darüber wird es garantiert auch noch einen Bericht geben. Und wenn nicht, dann wird er einfach im nächsten Jahresrückblick nachgeholt. Auf ein neues und glorreiches Jahr 2014. Auch wenn es schon März ist. Aber das macht nichts. Denn daran, hinter der zwei-null-eins jetzt eine vier statt einer drei zu schreiben, gewöhnt man sich doch eh erst im April.   

 

 

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